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Publikationen und Veranstaltungen
des DFG-Projekts "Von der ›Aufklärung‹ zur ›Unterhaltung‹: Literarische und mediale Transformationen in Deutschland zwischen 1780 und 1840"
Projektleiter: Prof. Dr. Jürgen Fohrmann
Projektgruppe:
Dr.Anna Ananieva, Dr. Dorothea Böck, PD Dr. Hedwig Pompe, Dr. Rolf Haaser, Astrid Seggewiß
Laufzeit: 2007-2010

Auf der Schwelle zur Moderne:
Szenarien von Unterhaltung in Deutschland zwischen 1780 und 1840. Vier Fallstudien.
Anna Ananieva, Dorothea Böck und Hedwig Pompe. Bielefeld: Aisthesis 2015.
2 Bde., 1.106 Seiten, zahlr. Abb.

In Deutschland ist seit etwa 1780 zu sehen, wie Protagonisten der Aufklärung ihre politisch orientierte Netzwerkarbeit aufgeben und sich stattdessen der Unterhaltung und neuen Konsumkultur zuwenden. Die vorliegende Publikation untersucht in vier Einzelstudien diesen Umbruch und seine Folgen bis in die dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts. Ins Blickfeld geraten Kalküle für den Markt, Geselligkeiten und Netzwerkaktivitäten von Verlegern, Publizisten und Schriftstellern in Berlin, Halle/Saale, Leipzig und Dresden. Publikationsformate korrelieren hier mit dem zeitgenössischen Interesse an Wahrnehmungsfragen. Es entsteht dabei ein neuer Kulturtypus, der für die Unterhaltung arbeitet. Mit ihm verändert sich die gesellschaftliche Stellung auch von literarischer Unterhaltung auf Dauer.

Inhalt:

Hedwig Pompe
Der Siegeszug von Unterhaltung

Dorothea Böck
I. Von der radikalaufklärerischen Geheimgesellschaft zum modernen Konsum- und Unterhaltungsdiskurs. Transformationen, Interferenzen, Divergenzen

Anna Ananieva / Rolf Haaser
II. Wilhelm Gottlieb Becker (1753-1813). Ein Publizist geselliger Unterhaltung auf dem Weg zur Eleganz

Anna Ananieva
III. Der Leipziger Voss Verlag: Eine Kunst- und Buchhandlung um 1800
Anhang:
Chronologische Verlagsbibliographie Leipziger Voss-Verlag (1791-1818), erstellt von Rolf Haaser

Hedwig Pompe
IV. Publizistische Unterhaltung. Das Projekt der Dresdner Abend-Zeitung

V. Gesamtbibliographie der Forschungsliteratur

VI. Namensregister

Ausführliches Inhaltsverzeichnis und Leseprobe auf der Verlagshomepage >

 


Geselliges Vergnügen.
Kulturelle Praktiken von Unterhaltung im langen 19. Jahrhundert.
Hg. v. Anna Ananieva, Dorothea Böck und Hedwig Pompe.
Bielefeld: Aisthesis 2011.

Im 19. Jahrhundert entsteht eine überaus große Vielfalt an neuen Unterhaltungskulturen, über die Freizeit- und Luxusgüter unterschiedlicher Art aus ihren exklusiven ständischen Bindungen mehr und mehr entlassen werden. Neue Formen des Konsums überwinden dabei nicht nur die Bedürfnisnatur des Menschen, sondern im Anspruch aller Menschen auf Unterhaltung wird diese selbst gesellschaftsfähig. Unterhaltung setzt modische Trends, prägt unterschiedliche Lebensstile und akkumuliert symbolisches Kapital für Teilnehmer und Teilnehmerinnen. In diesen Prozessen setzt sich allmählich die moderne Auffassung von Unterhaltung durch, die in ganz unterschiedliche Praktiken und Programmen zum Zuge kommt. Der vorliegende Band geht diesen Phänomenen in ausgewählten Beispielen nach. Der historische Schwerpunkt liegt auf der Zeit zwischen dem Ende des 18. und der Mitte des 19. Jahrhunderts und nimmt so den ersten take off von Unterhaltung als einem Phänomen der Moderne in den Blick. Artefakte, Medien, Spiele, Geselligkeiten zeigen den Inszenierungswert von Unterhaltung, pädagogische und anthropologische Konzepte, Kunst- und Kulturkritik konzentrieren sich auf den symbolischen Mehrwert von Unterhaltung, wo Lust und Vergnügen eine Allianz mit Freizeit und Konsum eingehen.
> Inhaltsverzeichnis und Vorwort

Anna Ananieva,Dorothea Böck und Hedwig Pompe:
Auf der Schwelle zur Moderne: Szenarien der Unterhaltung zwischen 1780 und 1840.
Bielefeld: Aisthesis (in Vorbereitung).

Workshop
"Das Schöne, Wahre und Gute: Unterhaltung und die Modernisierung des Alltags"
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
11. - 12. Februar 2010, Universitätsclub (Konviktstraße 9)
> Flyer

Das DFG-Projekt „Von der Aufklärung zur Unterhaltung“ untersucht insbesondere Umbruchszenarien, die Ausfaltungen des Sektors Unterhaltung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts betreffen. In der Forschung wird häufig erst die zweite Hälfte dieses 'langen' Jahrhunderts als eine entscheidende Phase angesehen, in der auf neuartige Weise nicht nur Formen von Massenkommunikation zu greifen beginnen, sondern auch der Konsum von Kulturgütern sich auf gesellschaftlich breiter Basis durchsetzt. Dieser historische Befund ist natürlich angesichts des nach der Jahrhundertmitte erreichten status quo, der die politischen, technischen und sozio-ökonomischen Entwicklungen betrifft, nicht von der Hand zu weisen. Wir aber interessieren uns für die Vorläufer dieser Konstellationen, denn es ist zu sehen, dass bereits seit etwa der Jahrhundertwende diskursiv, ästhetisch und medial Kunst und Medien ein neues Verhältnis zu Funktionen und Formen von Unterhaltung etablieren. Wir gehen davon aus, dass zu der Zeit schon die Konsumgüterproduktion und -rezeption teilweise auf 'industriöse' Ausmaße gebracht wird. Und nicht wenige der zeitgenössisch parallel unterbreiteten Konzepte zur Unterhaltung wandern einschlägig in die ästhetische Zurichtung von Konsumgütern und Kommunikationsformen für Unterhaltung ein. Manches davon wird in späterer Zeit programmatisch verfestigt, und zwar im Kontext der steten Weitervermessung medialer und kommunikativer Spielräume von Unterhaltung. Und schließlich: Auch in der Kulturkritik der Unterhaltung spielen sich bekanntermaßen seit dem späten 18. Jahrhundert Denkmuster ein, deren intellektuelle Reichweite sich bis in die Kritik an der 'Kulturindustrie' und Massenkommunikation des späten 20. Jahrhundert erstrecken konnte.
Der Workshop ist als Arbeitsgespräch geplant: Im Anschluss an Impulsreferate sollen die Prämissen und Szenarien von Unterhaltung gemeinsam diskutiert werden. Dabei käme es auch darauf an, die Grenzmarkierungen zwischen verschiedenen Kulturen der Unterhaltung zu historisieren. Gerade hinsichtlich möglicher Zäsuren, die sich nur in der komplexen der Zirkulation von Formen und Programmen und deren wechselseitigen Bezugnahmen beobachten lassen, scheint uns diese Befragung für die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts wichtig.

Programm:

Jürgen Fohrmann: Begrüßung
Hedwig Pompe: Einführung

„Räume, Geselligkeit“
Günter Oesterle (Gießen / Mainz): Der kleine Luxus: sein dargestellter Raum und seine Genres
Diskussionsleitung: Hedwig Pompe

„Kommunikations-, Geselligkeits-, Gesellschaftskonzepte“
Ursula Geitner (Bonn): Moderne und Vormoderne: conversatio/conservatio sui
Diskussionsleitung: Hedwig Pompe

„Alltag, Rekreation, Fest“
Bettine Menke (Erfurt): Zum Auszug des „Witzes“ aus der Schreibstube und zu seiner neuen Randständigkeit im Dienste der Unterhaltung
Diskussionsleitung: Hedwig Pompe

„Agenten, Konsumenten“
Christiane Holm (Weimar): Frauenhandarbeit, Konsum und Fertigung von Haar-Objekten
Erik Fischer (Bonn): Unterhaltungskonzept der Grand Opera, Medienkonvergenz, Technik und der Begriff der „Sensation“
Bettina Schlüter (Bonn): Richard Wagners Kulturkritik und Alternativkonzept
Diskussionsleitung: Anna Ananieva

„Medien“
Ingrid Oesterle (Gießen): Caroline de la Motte-Fouqué, Mode und Unterhaltung
Viola Hildebrand-Schat (Frankfurt am Main): Die Umrissillustrationen Moritz Retzschs im Dienste der Literaturvermittlung
Diskussionsleitung: Astrid Seggewiß

„Aisthesis“
Dorothea Böck (Bonn): Sinne und Unterhaltung
Diskussionsleitung: Anna Ananieva

„Ästhetik, Ökonomie, Kulturdiagnose“
Jürgen Fohrmann (Bonn): Kulturkritik und Unterhaltung
Diskussionsleitung: Anna Ananieva

Workshop
"Geselligkeit und Unterhaltung zwischen Spätaufklärung und Biedermeier"

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
23.- 24. September 2008, Institut für Germanistik, Vergleichende Literatur-
und Kulturwissenschaft (Am Hof 1d, Raum 3.046)
> Flyer

Der Workshop geht der Frage nach, wie sich das Verhältnis von Unterhaltung und Geselligkeit zwischen etwa 1790 und 1830 gestaltet. Am Beispiel kulturhistorisch relevanter Zentren wie Berlin, Leipzig und Dresden sollen strukturelle Besonderheiten, übergreifende Aspekte und historische Veränderungen in den Unterhaltungs- und Geselligkeitskulturen verfolgt werden.
Von Interesse sind hier solche Gruppen, deren Netzwerke, Interaktionsformen und Mediengebrauch die Attraktivität eines modernen Konzepts von kollektiver Unterhaltung seit dem Ausgang des 18. Jahrhunderts belegen.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem Bedeutungsspektrum des Begriffs Unterhaltung: Einerseits verweist er noch auf die Tradition einer ambitionierten Konversationsgeselligkeit, die der kommunikativen Selbstverständigung in den höheren Ständen dient und einem anspruchsvollen Bildungsprogramm Rechnung trägt.
Auf der anderen Seite bestimmt der Unterhaltungsaspekt verschiedene Szenarien, die die exklusive Bindung von Kulturgütern an Herkunft, bestimmte politische oder auch ökonomische Voraussetzungen mehr und mehr unterwandern. Mode, Luxus, Freizeit und Vergnügungen der Menge erscheinen seither als Koordinaten einer zugänglichen und vielfältigen Kultur der Unterhaltung, die sich potenziell an alle wendet.

Vorträge:
Jürgen Fohrmann (Bonn) Einleitung
Florian Maurice (München) Fluchtpunkte. Soziale Räume um 1800
Jürgen Fohrmann/Dorothea Böck (Bonn/Berlin) Netzwerke
Uta Motschmann (Berlin) „Innere Fortbildung und aufheiternde Erholung“ – Die Berliner Vereine um 1800
Anna Ananieva (Bonn/Gießen) Geselligkeit
Detlef Döring (Leipzig) Bürgerliche Geselligkeitskulturen in Leipzig um 1800
Hedwig Pompe (Bonn/Siegen) Unterhaltung
Ulrich Rosseaux (Dresden) Expansion – Kommerzialisierung – Ausdifferenzierung. Urbane Unterhaltungskultur um 1800